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ⓘ Ludwig Giesebrecht



                                     

ⓘ Ludwig Giesebrecht

Ludwig Giesebrecht war der dritte Sohn des Mirower Pastors Benjamin Giesebrecht 1741–1826 und dessen Frau Elisabeth, Tochter des Mirower Pastors Johann Ludwig Leithäuser. Nachdem er gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Friedrich 1792–1875 in Mirow die Schule und in Berlin die oberen Klassen des Gymnasiums Zum grauen Kloster absolviert hatte, studierten beide ab 1812 in Berlin. Im folgenden Jahr unterbrachen sie das Studium und nahmen als Freiwillige im mecklenburg-strelitzschen Husarenregiment von 1813 bis 1815 an den Befreiungskriegen teil. Nach der Schlacht an der Katzbach trennten sich die Wege der Zwillingsbrüder.

Ludwig Giesebrecht konnte wegen einer Krankheit seinen Militärdienst zunächst nicht fortsetzen. Nach seiner Genesung studierte er an der Universität Greifswald. In dieser Zeit beschäftigte er sich zusätzlich mit historischen und poetischen Arbeiten. Während der Rückkehr Napoleons meldete er sich erneut zum Militär, nahm aber in Frankreich an keiner Schlacht teil. Nach seiner Rückkehr begann er 1816 eine Tätigkeit als Lehrer am Marienstiftsgymnasium in Stettin. Ab 1826 Professor, unterrichtete er dort 50 Jahre lang Deutsch, Geschichte und Religionswissenschaften.

In Stettin befasste er sich mit der Erforschung der Geschichte Pommerns. Er wurde 1824 der erste Sekretär der neugegründeten Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde und war einer der Redakteure zunächst der Neuen Pommerschen Provinzialblätter und dann der von der Gesellschaft herausgegebenen Baltischen Studien, in denen er auch eigene Aufsätze veröffentlichte.

Im Jahr 1848 zog er für den 11. Wahlkreis der Provinz Pommern Stettin in die Frankfurter Nationalversammlung ein. Dort schloss er sich der Casinopartei an.

Giesebrecht wurde 1861 mit dem Roten Adler-Orden IV. Klasse und 1866 mit dem Hohenzollerschen Hausorden ausgezeichnet. Die Universität Königsberg ernannte ihn 1862, die Universität Greifswald 1866 zum Dr. h.c.

Auch im Ruhestand ab 1866 beschäftigte er sich weiter mit historischen Studien und der Dichtkunst. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er bei seiner Tochter in Jasenitz.

Sein Sohn war der Stettiner Bürgermeister Felix Leonhard Giesebrecht.

                                     

1. Werke Auswahl

Giesebrecht hat sich als Dichter, Lehrer und Historiker einen geachteten Namen erworben. Er veröffentlichte unter anderem:

  • Lehrbuch der Geschichte. 3 Bände
  • Lehrbuch der neueren Geschichte. Stettin 1846
  • Zur Ottenfeier, ein Gedicht Greifswald 1824;
  • Lehrbuch der mittleren Geschichte für den Gebrauch der oberen Gymnasialklassen und zum Selbstunterricht. Stettin 1836
  • Lehrbuch der alten Geschichte. Berlin 1833
  • Epische Dichtungen Stettin 1827;
  • Band 2 Digitalisat, Open Library
  • Ueber die Religion der Wendischen Völker an der Ostsee. In: Baltische Studien, Band 6, Heft 1, Stettin 1839, S. 128–161 Digitalisat, Google.
  • Wendische Geschichten vor der Karolingerzeit. In. Baltische Studien, Band 6, Heft 2, Stettin 1839, S. 1–16 Digitalisat, Google.
  • Der Rostocker Landfriede und sein Einfluß auf Pommern. In: Baltische Studien, Band 2, Heft 1, Stettin 1833, S. 101–106 Digitalisat, Google
  • Wendische Geschichten aus den Jahren 780 bis 1182. 3 Bände, Berlin 1843
  • Wendische Runen. In: Baltische Studien, Band 6, Heft 1, Stettin 1839, S. 239–243 Digitalisat, Google.
  • Wendische Geschichten aus der Zeit der ersten Ludolfinger. In: Baltische Studien, Band 7, Heft 1, Stettin 1840, S. 1–110 Digitalisat, Google.
  • Archäologische Bemerkungen. Ackerbau in der Steinzeit. In: Baltische Studien, Band 9, Heft 2, Stettin 1843, S. 173–183 Digitalisat, Google.
  • Zur Chronologie der ältesten Pommerschen Urkunden. In: Baltische Studien, Band 9, Heft 2, Stettin 1843, S. 165–172 Digitalisat, Google.
  • Ueber die neueste Deutung der Norddeutschen Grabalterthümer. In. Baltische Studien, Band 5, Heft 2, Stettin 1838, S. 46–49 Digitalisat, Google.
  • Wendische Geschichten der Karolingerzeit. In. Baltische Studien, Band 6, Heft 2, Stettin 1839, S. 123–186 Digitalisat, Google.
  • Zur Beurtheilung Adams von Bremen. In: Baltische Studien, Band 6, Heft 1, Stettin 1839, S. 183–203 Digitalisat, Google.
  • Band 3 Digitalisat, Open Library
  • Band 1 Digitalisat, Open Library
  • Gedichte, 2 Bände, 1. Auflage Emil Güntz, Leipzig 1836 Google-Digitalisat; 2. Auflage Stettin 1867.
  • Die Landwehre der Luitizer und der Pommern auf beiden Seiten der Oder. In: Baltische Studien, Band 11, Heft 2, Stettin 1845, S. 105–117 Digitalisat, Google.
  • Damaris. Zeitschrift, 5 Bände, Stettin 1860–1865
  • Stettin, Sczecino und Burstaborg. In: Baltische Studien, Band 10, Heft 2, Stettin 1844, S. 1–10 Digitalisat, Google
  • Das Pommersche Landwehr an der Ostsee: In: Baltische Studien, Band 11, Heft 2, Stettin 1845, S. 1–29 Digitalisat, Google.
  • Luitizische Landwehre. In: Baltische Studien, Band 11, Heft 2, Stettin 1845, S. 149–188 Digitalisat, Google.
  • Die Trigorki. In: Baltische Studien, Band 11, Heft 2, Stettin 1845, S. 91–104 Digitalisat, Google.
  • Die Landwehre der Pommern und der Polen zu Anfang des zwölften Jahrhunderts. In: Baltische Studien, Band 11, Heft 1, Stettin 1845, S. 147–190 Digitalisat, Google
  • Die Gräber des Greifengeschlechts heidnischer Zeit. In: Baltische Studien, Band 10, Heft 2, Stettin 1844, S. 76–120 Digitalisat, Google
  • Archäologische Untersuchungen. In: Baltische Studien, Band 12, Heft 1, Stettin 1846, S. 1–146 Digitalisat, Google.
  • Über den Burgwall bei Kriwitz. In: Baltische Studien, Band 10, Heft 2, Stettin 1844, S. 175–179 Digitalisat, Google
  • Sechs Gefäße aus der Vorzeit des Luitizerlandes. In: Baltische Studien, Band 11, Heft 1, Stettin 1845, S. 22–79 Digitalisat, Google
  • Ein Wort zu Thorlacius. In: Baltische Studien, Band 10, Heft 1, Stettin 1844, S. 129–137 Digitalisat, Google.
  • Die Zeichen des Donnergottes diesseits der Ostsee. In: Baltische Studien, Band 10, Heft 2, Stettin 1844, S. 27–75 Digitalisat, Google
  • Zwei Idolsteine. In: Baltische Studien, Band 11, Heft 2, Stettin 1845, S. 189–192 Digitalisat, Google.
  • Alterthümer aus der Pommerschen Landwehr an der Ostsee. In: Baltische Studien, Band 11, Heft 2, Stettin 1845, S. 30–57 Online, Google.
  • Maciejowski, der Wendenfreund. In: Baltische Studien, Band 10, Heft 2, Stettin 1844, S. 180–192 Digitalisat, Google

Mehrere Schriften zu historischen Themen veröffentlichte er in den Baltischen Studien. Sein Freund Carl Loewe komponierte mehrere Oratorien zu Giesebrechts Texten.

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