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ⓘ Media vita in morte sumus



Media vita in morte sumus
                                     

ⓘ Media vita in morte sumus

Media vita in morte sumus ist der Beginn eines gregorianischen Chorals, der Notker I. zugeschrieben wird, aber wahrscheinlich schon um das Jahr 750 in Frankreich entstanden ist.

Der Text lässt sich etwa mit "Mitten im Leben sind wir im Tod" übersetzen. Ein früher Nachweis einer Übertragung ins Deutsche mit dem Text "In mitten unsers lebens zeyt" findet sich im Reichenauer Tonar von 1080. Es steht für den Vergänglichkeitsgedanken speziell in der Barock-Zeit, siehe dazu auch Vanitas. Verwendung fand es zudem in Hartmanns von Aue mittelhochdeutscher Verserzählung "Der arme Heinrich" v. 93f.

                                     

1. Text und Übertragungen

Das lateinische Original

Der Text besteht aus zehn verschieden langen Versen. Die Zeilen 7 bis 9 erinnern an den Antwortgesang der großen Improperien, das Trisagion: "Sanctus deus, Sanctus fortis, Sanctus immortalis, miserere nobis".

Luthers Lied Mitten wir im Leben sind

Die Antiphon wurde von Martin Luther 1524, im Anschluss an ältere Vorlagen, unter dem Titel Mitten wir im Leben sind ins Deutsche übertragen und um zwei parallel gebaute Strophen ergänzt, sodass jede Zeile die entsprechende Zeile der anderen beiden Strophen vertieft und auslegt. Das Lied findet sich im Evangelischen Gesangbuch unter Nr. 518. Die 1. Strophe wurde in das katholische Gotteslob 2013 unter Nr. 503 GL alt 654 aufgenommen.

Die drei einander auslegenden Strophen lauten in der heute gebräuchlichen Form:

Catherine Winkworth übersetzte Luthers Lied 1862 unter dem Titel In the Midst of Life ins Englische.

                                     

2. Melodie und musikalische Bearbeitungen

Der gregorianische Gesang ist im Deuterus plagalis vierter Kirchenton, hypophrygisch komponiert. Die Melodie zu Martin Luthers deutschem Text ist daraus entwickelt und steht im selben Kirchenton. Sie findet sich zuerst in Johann Walters Geistlichem Gesangbüchlein Wittenberg 1524 und stammt vermutlich von Walter selbst.

Während sich im Werk Johann Sebastian Bachs nur ein schlichter vierstimmiger Chorsatz findet BWV 383, der auf der Melodie des Luther-Chorals beruht, legte Felix Mendelssohn Bartholdy den Liedtext seiner achtstimmigen, expressiven c-Moll-Motette opus 23.3 zugrunde.

                                     

2.1. Melodie und musikalische Bearbeitungen Weitere Vertonungen

  • John Sheppard um 1515–1558: Media vita a 6
  • Orlando di Lasso 1532–1594: Media vita
  • Nicolas Gombert 1495–1560: Media vita
  • Wilhelm Berger 1861–1911: Mitten wir im Leben sind, aus Vier geistliche Lieder und Gesänge op. 54, Nr. 1
  • Henri Dumont 1610–1684: Media vita in morte sumus
  • Arnold von Bruck 1500–1554: Mitten wir im Leben sind
  • Jacobus de Kerle 1531–1591: Media vita in morte sumus
                                     

3. Varia

Die bayerischen Guglmänner verwenden die Phrase als ihren Wahlspruch.

Ein Echo dieses Gedankens findet sich auch in Rilkes berühmtem, oft als Grabspruch verwendeten Kurzgedicht "Schlußstück" "Der Tod ist groß Wenn wir uns mitten im Leben meinen | wagt er zu weinen | mitten in uns".

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