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ⓘ Obon



Obon
                                     

ⓘ Obon

O-bon oder nur Bon ist ein traditionelles buddhistisches Fest und Feiertag in Japan zur Errettung der Seelen der verstorbenen Ahnen.

                                     

1. Etymologie

Das Wort Obon ist eine verkürzte Form von Urabon, eine japanische Lehnbezeichnung des Sanskrit-Wortes avalambana oder ullambana für das "kopfüber in der Hölle Hängen und Leiden", was den "hungrigen Geistern" geschieht, die jedoch einmal jährlich aus der Unterwelt ins Diesseits zurückkehren dürfen.

                                     

2. Entstehung

Die Ursprünge des Obon gehen auf das hinduistische Dīvalī-Fest auch Dīpāvalī-Fest, Lichterfest, verschmolzen mit Avalambana Ullambana, der Speisung der Preta "hungrige Geister" und den am selben Tag abgehaltenen taoistischen "Zhōngyuán-Riten", auch "Chung-yuen-Riten", zurück. Durch ihre symbolische Speisung soll deren Leiden in der Hölle gelindert werden.

Das entsprechendes Avalambana-Sutra, auch Ullambana-Sutra genannt, welches vom buddhistischen Mönch und Sutra-Übersetzer Dharmaraksha zur Zeit der westlichen Jin 265 bis 316 übersetzt, gelang als chinesische Übersetzung nach Japan. In ihm wird das vielseitige Zeremoniell des Allerseelenfestes anfänglich am 15. später dann 13.–16. des 7. Mondmonats 1 mit Allerseelen-Opfer urabon-kuyō 盂蘭盆供養 – besonders für Vater und Mutter der jetzigen und von sieben früheren Generationen – als von Shakyamuni herrührend dargestellt. Eine Abschrift japanischerseits aus dem 15. Jahr Tempyō 天平, 743 ist erhalten.

Die Einführung der "Lichtkomponente" des O-Bon von Basil Chamberlain als "Laternenfest" bezeichnet fand in Japan erst 1230 auf Anordnung Go-Horikawa-tennōs statt. Das Abbrennen von Scheiterhaufen, oft in Form eines großen Zeichens, z. B. Dai 大, deshalb Daimonji no hi 大文字の火, wörtl. "Feuer der großen Schriftzeichen", am Abend des 16. soll auf Kōbō Daishi zurückgehen. Jedenfalls hat es seinen Ursprung in Shingon- oder Tendai-Riten. Die tantrische Schule hat auch eine Vielzahl von Pretaspeisungs-Opferriten u. a. Segaki-ho, Ikitama-e geschaffen.

Am letzten Abend werden beim Tōrō nagashi Laternen schwimmen gelassen, um die Seelen der Verstorbenen zu führen.

Dieses ursprünglich religiöse buddhistische Fest ist inzwischen auch zu einem Familien-Wiedervereinigungs-Feiertag geworden, zu dem die Menschen aus den großen Städten in ihre Heimatstädte zurückkommen und die Gräber ihrer Vorfahren besuchen und säubern.

Traditionsgemäß mit einem Tanz-Festival verbunden, besteht das Obon in Japan bereits seit mehr als 500 Jahren. Das Obon-Fest dauert traditionell drei Tage und wird im östlichen Teil Japans vom 13. Juli Willkommens-Obon bis zum 16. Juli Abschieds-Obon und im westlichen Teil Japans im August gefeiert. Der Grund für die regionale Unterschiede im Datum hat historisch mit der Kalendarumstellung zur Beginn der Meiji-Zeit von der traditionell japanische Zeitrechnung mit dem gebundenen Mondkalender in die "moderne Neuzeit" mit dem gregorianischen Kalender zu tun. In den letzten Jahren legten die meisten Teile Tokios den Obon in die Sommerferienzeit im August.

Die mit dem Obon verbundenen Tänze werden von der Geschichte eines Jüngers Buddhas, Maudgalyāyana jap. 目連 Mokuren, abgeleitet, der in einer Vision seine verstorbene Mutter im "Königreich der hungrigen Geister" sah, wo sie sich der Selbstsucht hingab. Entsetzt ging er zu Buddha und fragte, wie er seine Mutter aus diesem Geisterreich befreien könne. Buddha antwortete, er solle am 15. Juli ein großes Fest für die letzten sieben Generationen der Verstorbenen ausrichten. Der Jünger tat dies und erreichte so die Befreiung seiner Mutter. Zugleich erkannte er dabei ihre Selbstlosigkeit und die vielen Opfer, die sie für ihn gebracht hatte. Der Jünger tanzte vor Freude, glücklich wegen der Freigabe seiner Mutter und dankbar für ihre Freundlichkeit.

Von diesem Tanz der Freude abgeleitet ist der Bon Odori 盆踊り oder wörtl. "Bon-Tanz", mit dem beim O-bon an die Vorfahren und ihre Opfer erinnert wird.

Obon entspricht dem buddhistischen Ullambanafest bzw. dem chinesischen Geisterfest und ähnelt dem mexikanischen Día de Los Muertos, in einigen Aspekten auch dem christlichen Totensonntag.

Anmerkung
                                     

3. Traditionen

Das Obon wird in ganz Japan gefeiert, da es in den Sommermonaten stattfindet tragen viele Japaner zum Fest einen Yukata als "leichte Variante" des traditionellen Kimonos. Die Art der Feier ist von Region zu Region traditionell etwas unterschiedlich.

Am Hausaltar Butsudan oder in buddhistischen Tempeln werden Speisen für die Ahnen platziert, die durch dekorative Elemente wie eine Gurke und Aubergine ergänzt werden können. Diese symbolisieren die Reittiere Pferd und Ochse, mit denen die Toten ins Diesseits zurückkehren. In einigen Gegenden Japans werden gegen Ende des Festes von Kindern Geschenke für Jizo auf den Altären platziert, der sich als Bodhisattva um die verstorbenen Kinder im Jenseits kümmert.

                                     

3.1. Traditionen Bon Odori

Ursprünglich tanzte das Volk Nenbutsu, um die Geister der Toten zu begrüßen. Die einzelnen Gegenden Japans haben häufig ihre eigene Weise, den Bon Odori 盆踊り, "Ullambana-Tanz" zu tanzen, und ihre eigene Musik dazu. So ist z. B. der Awa Odori 阿波おどり, 阿波踊り aus der Präfektur Tokushima ganz anders der Gujō Odori 郡上おどり, 郡上踊り aus der Präfektur Gifu. Seit 2011 gibt es in Frankfurt am Main den Frankfurt Ondo, der aus Anlass der 150 Jahre alten Beziehungen zwischen Japan und Deutschland komponiert wurde. Die gespielte Musik reicht von klassischer Musik bis zu traditioneller japanischer Musik wie Makkō Ondo.

                                     

3.2. Traditionen Okuribi

Neben dem Tanz gibt es auch das Feuerritual Okuribi 送り火, "Geleitfeuer" mit dem die Familie Seelen der verstorbene Ahnen durch ein "Willkommens­feuer" am Haus begrüßt 迎え火, mukaebi und beim Abschluss des Fests durch ein "Geleit­feuer" sie wieder ins Jenseits schickt 送り火, okuribi.

Das Ritual Gozan no Okuribi 五山送り火, wörtl. "Geleitfeuer der fünf Berge" ist z. B. eine bekannte Tradition in Kyoto, die man umgangssprachlich meist als Daimonji 大文字, "Großes Schriftzeichen" kennt. Dieser lokale Brauch ist außerhalb Japans nirgends bekannt und somit etwas besonderes.

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