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ⓘ Michael Schmidt-Salomon



Michael Schmidt-Salomon
                                     

ⓘ Michael Schmidt-Salomon

Michael Schmidt-Salomon ist ein deutscher Philosoph, Autor und religions- und kulturkritischer Publizist. Er vertritt einen evolutionären Humanismus, der naturalistisch ausgerichtet ist, und ist Mitbegründer und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung. Neben seiner Tätigkeit als Aktivist ist er auch als Musiker in Erscheinung getreten. Er sieht sich als Mitglied der Brights-Bewegung.

                                     

1. Leben und Werdegang

Michael Schmidt-Salomon entstammt einer "liberal-katholischen" Familie. Seine Eltern, Horst und Doris Schmidt, betrieben einen Obst- und Gemüsegroßhandel. Er studierte Erziehungswissenschaften an der Universität Trier, erwarb dort 1992 sein Diplom in Pädagogik und promovierte im selben Fach 1997 zum Dr. phil. mit dem Dissertationsthema Erkenntnis aus Engagement. Grundlegungen zu einer Theorie der Neomoderne mit der Bewertung summa cum laude.

1998 erhielt er den Ethik-Preis des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatts. Von 1992 bis 2001 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter an der Universität Trier. Ab 2002 arbeitete er als Dozent, u. a. am Institut dÉtudes Éducatives et Sociales IEES in Luxemburg. Er war von 1999 bis 2007 Redakteur der Zeitschrift Materialien und Informationen zur Zeit. 2004 wurde er für seine Arbeit und für den Roman Stollbergs Inferno von 2003 mit dem Ernst-Topitsch-Preis der Kellmann-Stiftung ausgezeichnet. 2019 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität in Liberec.

Schmidt-Salomon ist verheiratet und Vater zweier Kinder * 1990; * 2005. Von 2001 bis 2005 bildete er mit seiner Frau Elke Held das Text- & PR-Büro Held & Salomon, das 2001 für das Projekt Porta-L den Multimediapreis des Landes Rheinland-Pfalz erhielt.

                                     

2. Gesellschaftliches Engagement

Von 2004 bis 2006 war Schmidt-Salomon geschäftsführendes Vorstandsmitglied, seit 2006 ist er Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, in deren Auftrag er 2005 das Manifest des evolutionären Humanismus verfasste. In dem im Untertitel als Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur bezeichneten Band formulierte er 10 Angebote des evolutionären Humanismus als Gegenposition zu den zehn Geboten. Er ist auch Gründungsmitglied der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland und schreibt seit 2006 für den Humanistischen Pressedienst. Im Jahr 2005 gehörte er zu den Organisatoren und war Sprecher der Gegenveranstaltung zum katholischen Weltjugendtag 2005 in Köln, Religionsfreie Zone: Heidenspaß statt Höllenqual!.

Mit Joachim Kahl, den er 1998 bei einer Veranstaltung am Bodensee kennenlernte, führt Schmidt-Salomon 2006 eine Auseinandersetzung in mehreren Veröffentlichungen, in der es um die Unterschiede zwischen Kahls "weltlichem" und Schmidt-Salomons "evolutionärem" Humanismus geht bzw. um die Frage, welcher Variante ein moderner Humanismus folgen sollte.

2007 leitete Schmidt-Salomon die Kampagne "Wir haben abgeschworen!" des Zentralrats der Ex-Muslime. 2009 leitete er die Kampagne "Evolutionstag statt Christi-Himmelfahrt!" zum Darwin-Jahr. 2014 erschien sein Werk Hoffnung Mensch. Im Jahr darauf reichte Schmidt-Salomon eine erfolglose Petition für die Streichung des Blasphemieparagraphen ein.

Er publiziert in Tagesmedien, wie der taz, der jungen Welt oder der Frankfurter Rundschau und in Zeitschriften wie Aufklärung und Kritik und Materialien und Informationen zur Zeit MIZ.

                                     

2.1. Gesellschaftliches Engagement Kinderbuchautor

Schmidt-Salomon veröffentlichte mit dem Illustrator Helge Nyncke mehrere Kinderbücher, die von humanistischen Ansichten geprägt sind.

Um sein 2008 erschienenes religionskritisches Kinderbuch Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel entstanden mehrere Konflikte. Im Dezember 2007 beantragte das Bundesfamilienministerium, dieses Buch auf die Liste der jugendgefährdenden Schriften zu setzen, was die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien jedoch ablehnte. Nachdem der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller in einer Predigt Schmidt-Salomon wegen des Buches u. a. als "geistigen Amokläufer" bezeichnet hatte, verklagte dieser den Bischof. Die Klage wurde in erster Instanz aus formellen Gründen abgewiesen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof stellte im Berufungsverfahren hingegen fest, dass die Behauptungen des Bischofs im Widerspruch zu Schmidt-Salomons Veröffentlichungen standen und geeignet waren, dessen Ansehen in der Öffentlichkeit zu schaden. Der Bischof habe seine "Pflicht zur Sorgfalt, Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit" nicht erfüllt. Das Gericht verurteilte die Diözese Regensburg zur Erstattung der vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten an Schmidt-Salomon. Dieses Urteil wurde vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt.

Eine weitere Zusammenarbeit mit Nyncke ist das 2008 erschienene Kinderbuch Die Geschichte vom frechen Hund, das den Anspruch hat, Kindern eine naturalistisch begründete Moralität im Sinne sozialen Verhaltens ohne Gewissensdruck zu vermitteln.

Zum 200. Geburtstag Charles Darwins erschien 2009 das Buch Susi Neunmalklug erklärt die Evolution.



                                     

2.2. Gesellschaftliches Engagement Musiker

Schmidt-Salomon ist seit Beginn der 1990er Jahre auch als Musiker und Kabarettist aktiv. Die Aufführung seines Musicals Das Maria-Syndrom, eine Hommage an den US-amerikanischen Komponisten Frank Zappa, wurde 1994 unter Bezugnahme auf den sogenannten Gotteslästerungsparagraphen 166 StGB verboten.

                                     

3.1. Positionen Weltanschauliche Positionen

Schmidt-Salomon vertritt einen "evolutionären Humanismus", den er in Manifest des evolutionären Humanismus beschreibt. Programmziel ist eine säkulare Weltanschauung auf naturwissenschaftlicher Basis, die Religion in sozialen und persönlich-spirituellen Belangen ersetzen soll. Schmidt-Salomon betont jedoch, dass der evolutionäre Humanismus nicht von unerschütterlichen Dogmen ausgeht, sondern von Hypothesen, die ständiger Revision durch die Wissenschaft unterliegen. Er richtet sich gegen die Idee ewiger Wahrheiten, heiliger Schriften oder unfehlbarer Propheten.

Schmidt-Salomon nimmt Anleihen bei Positionen Peter Singers. Wie dieser kritisiert er Speziesismus, plädiert für Grundrechte für Menschenaffen und die Förderung von Effektivem Altruismus. Die Idee der absoluten Willensfreiheit und die Kategorien von "Gut" und "Böse" lehnt er aus evolutionsbiologischen sowie ethischen Erwägungen ab und bezieht sich dabei auf Friedrich Nietzsche. Von einer Aufgabe dieser Denkweisen verspricht er sich eine Stärkung des ethischen Bewusstseins und zugleich eine "entspanntere Kahls Extremismus ist der Extremismus der Mitte."

Kahl antwortete in seiner Kritik zu Schmidt-Salomons Hoffnung Mensch. In seiner Rezension bemängelte er, der Autor habe sich noch nicht von seiner "religiösen Nabelschnur" gelöst und erhebe einen "religiösen Anspruch".

Einer der wesentlichen Streitpunkte der beiden Philosophen sind die Begrifflichkeiten von "Gut" und "Böse". Kahl meinte, die von Schmidt-Salomon vertretene Aufhebung dieser moralischen Kategorien käme einer Aufhebung der Unterscheidung von Recht und Unrecht gleich.

2007 publizierte der Alibri Verlag im Rahmen der Schriftenreihe der Humanistischen Akademie Bayern eine Sammlung ausgewählter Texte Schmidt-Salomons und Kahls unter dem Titel Was heißt Humanismus heute? Ein Streitgespräch zwischen Joachim Kahl und Michael Schmidt-Salomon.

                                     

3.2. Positionen Kritik an Peter Singer

Schmidt-Salomon sagte 2015 eine Beteiligung als Laudator am Festakt zur Verleihung eines Tierschutzpreises an den australischen Philosophen Peter Singer ab. Bereits im Vorfeld hatte es Proteste von Behinderten-Organisationen gegeben. Anlass war ein Interview Singers in der NZZ, in dem dieser seine angegriffenen Positionen klarstellte und bekräftigte.

                                     

4. Publikationen

Herausgeber

  • Karlheinz Deschner: Aufklärung ist Ärgernis. Alibri, Aschaffenburg 2006, ISBN 978-3-86569-003-6.
  • Aufklärung im 21. Jahrhundert. Giordano Bruno Stiftung, Oberwesel 2011 mit Elke Held.
                                     

4.1. Publikationen Bücher

  • Die Kirche im Kopf. Von "Ach Herrje!" bis "zum Teufel!" Alibri, Aschaffenburg 2007, ISBN 978-3-86569-024-1 mit Carsten Frerk.
  • Letzte Hilfe. Rowohlt, Berlin 2014, ISBN 978-3-498-09617-5 mit Uwe-Christian Arnold.
  • Grundrechte für Menschenaffen. Ethik-Preis 2011 = Schriftenreihe der Giordano Bruno Stiftung. Band 4. Alibri, Aschaffenburg 2011, ISBN 978-3-86569-203-0.
  • Jenseits von Gut und Böse. Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind. Pendo, München-Zürich 2009, ISBN 978-3-86612-212-3.
  • Auf dem Weg zur Einheit des Wissens. Die Evolution der Evolutionstheorie und die Gefahren von Biologismus und Kulturismus = Schriftenreihe der Giordano Bruno Stiftung. Band 1. Alibri, Aschaffenburg 2007, ISBN 978-3-86569-200-9.
  • Hoffnung Mensch. Eine bessere Welt ist möglich. Piper, München 2014, ISBN 978-3-492-05608-3.
  • Manifest des evolutionären Humanismus. Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur. Alibri, Aschaffenburg 2005, ISBN 978-3-86569-011-1.
  • Die Grenzen der Toleranz. Piper, München 2016, ISBN 978-3-492-31031-4 Ausschnitte bei Google Books.
  • Stollbergs Inferno. Roman. Alibri, Aschaffenburg 2003, ISBN 978-3-86569-049-4.
  • Happy Birthday, Charly! Darwin-Jahr 2009. Band 3. Alibri, Aschaffenburg 2009, ISBN 978-3-86569-202-3.
  • Keine Macht den Doofen. Eine Streitschrift. Piper, München 2012, ISBN 978-3-492-27494-4.
  • Leibniz war kein Butterkeks. Den großen und kleinen Fragen der Philosophie auf der Spur. Pendo, München 2011, ISBN 978-3-86612-280-2 mit Lea Salomon.
  • Erkenntnis aus Engagement – Grundlegungen zu einer Theorie der Neomoderne. Eine Studie zur Re- Konstruktion von Pädagogik, Wissenschaft und Humanismus. Alibri, Aschaffenburg 1999, ISBN 978-3-932710-60-5.
  • Vom Virus des Glaubens. Deschner-Preis 2007 = Schriftenreihe der Giordano Bruno Stiftung. Band 2. Alibri, Aschaffenburg 2008, ISBN 978-3-86569-201-6 mit Richard Dawkins, Karlheinz Deschner und Franz M. Wuketits.
  • Entspannt euch! Eine Philosophie der Gelassenheit. Piper, München 2019, ISBN 978-3-492-05950-3.
  • Anleitung zum Seligsein. Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2011, ISBN 978-3-86569-068-5 mit Karikaturen von Jacques Tilly.


                                     

4.2. Publikationen Kinderbücher

  • Die Geschichte vom frechen Hund: Warum es klug ist, freundlich zu sein. Alibri, Aschaffenburg 2008, ISBN 978-3-86569-041-8 mit Helge Nyncke.
  • Susi Neunmalklug erklärt die Evolution: Ein Buch für kleine und große Besserwisser. Alibri, Aschaffenburg 2009, ISBN 978-3-86569-053-1 mit Helge Nyncke.
  • Big Family. Eine phantastische Reise in die Vergangenheit. Alibri, Aschaffenburg 2015, ISBN 978-3-00-050236-1 mit Anne-Barbara Kindler Illustratorin).
  • Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel. Alibri, Aschaffenburg 2007, ISBN 978-3-86569-030-2 mit Helge Nyncke als Illustrator.
                                     

4.3. Publikationen Herausgeber

  • Karlheinz Deschner: Aufklärung ist Ärgernis. Alibri, Aschaffenburg 2006, ISBN 978-3-86569-003-6.
  • Aufklärung im 21. Jahrhundert. Giordano Bruno Stiftung, Oberwesel 2011 mit Elke Held.
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